Gastpost: Besuch bei Werk 96 in Stuttgart WERK96
Gastpost: Besuch bei Werk 96 in Stuttgart

Im letzten Jahr habe ich mir einen Jugendtraum verwirklicht und mir einen Porsche 911 gekauft. Bereits mein Vater hatte in meiner Kindheit diesen Traum, er hat ihn dann immer wieder in die Zukunft verschoben bis er ihn dann nie mehr verwirklichen konnte. Ich habe mir geschworen, diesen Fehler nicht nachzuahmen und so habe ich mich nach kurzem Suchen im Sommer 2025 für einen Porsche 911 der Modellreihe 996 aus dem Jahr 2002 entschieden. Ein wunderschönes arktik-silbernes Cabrio, ein Carrera 2. Ich war glücklich!

Im Sommer und Herbst hatte ich damit einige tolle Tagentouren durch meine Heimat Brandenburg gemacht und das Auto kennen und lieben gelernt. Zumindest dachte ich das.

Es kam der Winter und obwohl ich mir für meinen 911er Winterreifen besorgt hatte, bewegte ich das Auto natürlich nicht so oft wie in den sonstigen Jahreszeiten. Also blieb mehr Zeit, um im Netz nach Möglichkeiten zu suchen, den Porsche, der ja doch schon über 20 Jahren auf dem Buckel hatte, aufzupimpen, zu verschönern und zu individualisieren. Und hierbei bin ich dann auf das Werk96 aufmerksam geworden. Wow, dachte ich, cool, dass sich eine Werkstatt exklusiv nur mit der Modellreihe 996 beschäftigt und rund um diesen Porsche, der ja in der Community durchaus ambivalente Gefühle und Meinungen hervorruft, Service, Support und vieles mehr anbietet. Nachdem ich deren Internetseite studiert hatte, fand ich bei YouTube die Videos passend dazu. Da wusste ich, die Jungs muss ich kennenlernen. Die haben genau das was ich suche. Und scheinen wirklich eine coole Truppe zu sein.

Obwohl Stuttgart ja eine gefühlte Ewigkeit von Brandenburg entfernt zu sein scheint, nahm ich dann rund um den Jahreswechsel Kontakt auf. Zunächst erhielt ich eine super nette Sprachnachricht von Davor und prompt fand ich mich in einer 996 Driver Club Gruppe wieder, in der Gleichgesinnte 996-Fahrer sich austauschen, ebenfalls alles sehr nette Zeitgenossen wie ich fand.

Gemeinsam mit Davor machten wir für meinen 996 einen Plan, um das Auto aus 2002 technisch ins Jahr 2026 zu katapultieren. Ich entschied mich für das Essential Paket, welches Werk96 anbietet. Dies beinhaltet ein neues Fahrwerk, basierend auf dem KW V3 Fahrwerk aber speziell weiterentwickelt für den Porsche 996. Ebenfalls Teil des Pakets ist die Erneuerung und Verbesserung der Bremsen, der Einbau einer GT3-Drosselklappe, eine Kennfeldoptimierung und eine Umprogrammierung der Kühlerlüftung. Diese letzten drei Punkte machen den Motor robuster und schonen ihn während er besser und leistungsfähiger wird.

Gesagt, getan. Termin für Mitte Februar vereinbart. Für zwei Tage ging es für mich dann nach Stuttgart. Ich hatte mir für zwei Nächte ein kleines Hotelzimmer in der Nähe gebucht und nach guter Anreise, meiner ersten wirklich längeren Fahrt in meinem Traumauto, ging es Donnerstags morgens los.

Mit ausgestreckten Armen und einem Riesen Lächeln empfingen mich Davor und Mate in der Werk96 Fahrwerksabteilung.

Werk96 ist nicht einfach nur eine Werkstatt an einem festen Ort. Davor und Mate haben es geschafft, echte Spezialisten in den Bereichen Fahrwerk, Karosserie, Motor und Interieur im Raum Stuttgart zu vereinen. Gemeinsam bilden sie die verschiedenen Abteilungen von Werk96 – alles greift ineinander, alles folgt einem klaren Konzept.

Schnurstracks wurde mein Auto auf die Bühne genommen und schon ging es los. Das neue Fahrwerk wurde eingebaut und anschließend die Spur vermessen und der ganze Papierkram erledigt. Da offenbar meinem Auto seit langem nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zukam, dauerte es etwas länger. Einige Schrauben saßen fest und verzögerten das Ganze etwas.

Unterdessen nahmen mich Davor und Mate, die sich die ganze Zeit bestens um mich und mein Wohlbefinden gekümmert haben, mit ins Porsche Museum. Für jeden Porsche Fan das ultimative Bälle-Bad, das kann ich Euch sagen.

Nachmittags holten sie mich wieder ab und ich konnte es kaum abwarten, meinen 911er zu sehen und dann mit dem neuen Fahrwerk zu fahren. Ich durfte ihn dann selbst weiter in die Werk96 Motorenabteilung fahren – und das war ein Erlebnis.

Das neue Fahrwerk macht ihn wirklich von einem „alten“ Porsche zu einem modernen 911er. Er fährt wie auf Schienen, ist unglaublich komfortabel wenn man mit dem Auto cruised und es mit moderatem Tempo auf der Autobahn oder auf Landstraßen bewegt. Sobald man aber schnell fährt und die Performance erhöht, wird es super sportlich und straff. Man fühlt sich in jeder Situation absolut sicher und es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

In der Motorenabteilung kam ich dann abends erst kurz nach 18 Uhr an. Trotzdem eigentlich schon Feierabend war, waren alle noch da und warteten auf mich. Mate empfing mich und ich lernte das Motoren-Team kennen. Mein Auto wurde noch rasch ausgelesen, damit über Nacht aus der Ferne das Steuergerät umprogrammiert werden konnte. Dann gingen für den Tag die Lichter aus.

Mit Mate und Davor verbrachte ich dann noch einen tollen Abend in Stuttgart bei einem großartigen Abendessen mit langen und guten Petrolhead-Gesprächen. Als ich wieder im Hotel war, sank ich glücklich und zufrieden in einen tiefen Schlaf.

Nach einer kurzen Nacht und einem guten Hotelfrühstück holte mich Mate wieder ab und wir fuhren zurück in die Werk96 Motorenabteilung. Hier hatte das Team mein Auto bereits gecheckt und neben einem kerngesunden Motor (HURRA!!!) doch noch allerhand Kleinigkeiten entdeckt, die es zu beheben galt. Darauf sollte sich jeder beim ersten Besuch einstellen, denn es gilt ja erstmal einen Ist-Zustand des Autos zu bestimmen, worauf dann aufgebaut werden kann.

So mussten beide Kühler vorne gesäubert werden und eine Steuerung erneuert werden. Eine Zündspule war defekt und einige Kleinigkeiten wurden verbessert. Die GT3-Drosselklappe, die den Luftzufluss von 75 mm auf 82 mm vergrößert, wurde verbaut und die neue Software im Steuergerät installiert.

Währenddessen konnte ich mit Mate, der zudem ein ehemaliger Rennfahrer ist, eine Abnahmefahrt eines Kundenfahrzeugs machen. Zu sehen und zu fühlen, wie weit die Grenzen des Fahrzeugs von meinem eigenen fahrerischen Können entfernt sind, ließ ein entspanntes und sicheres Gefühl für den Porsche 996 zurück. Ich weiß, dass mich mein Auto immer sicher ans Ziel bringen wird.

Auch den Werk96-Prototypen mit 4,3 Liter Motor sind wir gefahren.

Nach zwei super tollen Tagen in Stuttgart mit der Möglichkeit, live und hautnah dabei sein zu können, bin ich verliebter in meinen Porsche denn je nach Hause gefahren.

Die Menschen, die ich kennengelernt habe und die Werk96 bilden, sind allesamt Spezialisten auf ihrem Gebiet und überdies sehr, sehr nett und gastfreundlich. Alle meine zum Teil laienhaften Fragen wurden beantwortet, so dass ich es auch verstanden habe. Man merkt, dass wirklich alle für das Thema Porsche 996 brennen und alles geben, damit das Auto ein besseres Auto wird.

Man hat auch nie das Gefühl, dass etwas verkauft werden soll, was nicht gebraucht wird. Mein Enthusiasmus für Sachen, die noch gemacht werden könnten, wurde manchmal sogar gebremst und lieber in die Zukunft verschoben.

Und an vorderster Front stehen Mate und Davor. Die Zeit mit den beiden war super angenehm und obwohl sie sicher neben meinem Besuch noch vieles anderes um die Ohren hatten, gaben sie mir nie das Gefühl, nur ein Kunde zu sein, sondern ich habe am Ende des Besuchs das Gefühl, zwei neue Freunde gewonnen zu haben.

Für mich und meinen 996 war das erst der erste Teil des Besuchs. Wir werden im Sommer wieder nach Stuttgart fahren und weitere Steps und Verbesserungen vornehmen, auf dem Weg, den perfekten Porsche 996 für mich fertig zu stellen.

Und im Mai 2026 freue ich mich, mit dem Werk96-Team und vielen anderen 996-Enthusiasten auf eine tolle Zeit beim Mountain Run in Südtirol dabei zu sein.

Danke an das ganze Werk96-Team!

Es war wundervoll mit und bei Euch. Jetzt bin ich noch glücklicher.

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